Die Europäische Zentralbank lässt online über neue Motive für die Euro-Scheine abstimmen. Neben der europäischen Identität stehen verbesserte Sicherheitsmerkmale im Mittelpunkt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine öffentliche Online-Abstimmung über die Neugestaltung der Euro-Banknoten gestartet. Bürgerinnen und Bürger können bis zum 21. September über zwei vorgeschlagene Motivreihen abstimmen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte in diesem Zusammenhang, dass Banknoten nicht nur als Zahlungsmittel dienen, sondern auch ein sichtbares Symbol der gemeinsamen europäischen Identität darstellen.

Bildquelle: Europäische Zentralbank
Zwei Themenwelten zur Auswahl
Für das künftige Design stehen zwei verschiedene Ausrichtungen zur Wahl:
- Europäische Kultur: Diese Reihe beinhaltet Porträts prägender Persönlichkeiten wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie, Maria Callas und Leonardo da Vinci.
- Flüsse und Vögel: Dieser Entwurf verbindet heimische Naturmotive mit Abbildungen europäischer Institutionen wie dem Europäischen Parlament und dem EZB-Turm.
Sicherheitsmerkmale und digitaler Wandel
Neben dem symbolischen Aspekt führt die Notenbank technische Gründe für die Überarbeitung an. Die Einführung neuer und verbesserter Sicherheitsmerkmale ist erforderlich, um Geldfälschern weiterhin einen Schritt voraus zu sein.
Das Redesign fällt in eine Zeit, in der Bargeld im Euroraum zunehmend von digitalen Bezahlmethoden verdrängt wird. Mittlerweile wird weit mehr als die Hälfte aller Bezahlvorgänge bargeldlos abgewickelt, wobei insbesondere jüngere Menschen bevorzugt Karten oder Smartphones nutzen.
Reaktionen im Netz und finale Entscheidung
Die Initiative stieß in den sozialen Medien auf vielfältige Reaktionen und inspirierte eine Reihe von KI-generierten Inoffiziell-Entwürfen sowie Memes. Zu den populären Netzmotiven gehörten unter anderem die EU-weit verpflichtenden angebundenen Flaschendeckel, bekannte Netzkultur-Figuren sowie der französische Fußballprofi Kylian Mbappé als modernes Symbol für gesellschaftliche Vielfalt.
Trotz der breit angelegten Befragung liegt die Entscheidungshoheit weiterhin zentral bei der Notenbank: Das Votum des Publikums dient lediglich der Konsultation. Die finale Entscheidung über das Aussehen der neuen Scheine wird Ende des Jahres vom EZB-Rat getroffen.
Unter diesem Link kann noch bis zum 21. September 2026 abgestimmt werden.