Nach einer beispiellosen Einschüchterungskampagne zahlt Ebay Millionen an ein US-Blogger-Ehepaar.
Ebay soll 40,5 Millionen Euro an das geschädigte Ehepaar zahlen
Der E-Commerce-Konzern Ebay hat sich in den USA im Rahmen eines Zivilprozesses auf Millionenzahlungen geeinigt. Grund dafür ist die systematische Belästigung eines Blogger-Ehepaars durch ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens. Mit dem Vergleich endet die Klage von Ina und David Steiner aus Natick im US-Bundesstaat Massachusetts, die einen branchenspezifischen Online-Newsletter betreiben.
Ebay soll 40,5 Millionen Euro an das geschädigte Ehepaar zahlen
Erschreckende Details der Einschüchterungsversuche
Die Belästigungen durch die damalige Ebay-Sicherheitsabteilung gehen auf das Jahr 2019 zurück, als die Konzernführung unzufrieden mit der Berichterstattung des Newsletters war. Die folgenden Einschüchterungsversuche waren extrem: Die Täter schickten unter anderem lebendige Kakerlaken, einen Trauerkranz, eine mit Kunstblut verschmierte Schweinemaske sowie einen Ratgeber zum Umgang mit dem Tod eines Partners an das Ehepaar.
Insgesamt zahlt Ebay laut Bericht mehr als 50 Millionen US-Dollar. Davon gehen 46,15 Millionen Dollar (rund 40,5 Millionen Euro) direkt an das geschädigte Ehepaar. Zudem unterstützt Ebay Nonprofit-Organisationen mit weiteren sechs Millionen Dollar. Bereits im Jahr 2024 hatte der Konzern nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eine Strafe von drei Millionen Dollar gezahlt. Sieben ehemalige Beschäftigte wurden für die Taten rechtskräftig verurteilt.
Persönliche Konsequenzen für den ehemaligen Ebay-Chef
Auch der damalige Ebay-Chef Devin Wenig ist von dem Vergleich betroffen. Er hatte 2019 angeregt, gegen den Newsletter vorzugehen, bestritt jedoch, von den konkreten Methoden gewusst zu haben. Strafrechtlich wurde er nicht verfolgt. Dennoch zahlt Wenig nun persönlich zwei Millionen Dollar an das Ehepaar und spendet eine Million Dollar an eine Stiftung für Redefreiheit.
Häufige Fragen zur Ebay-Millionenzahlung
Wie hoch ist die vereinbarte Summe im Zivilvergleich?
Ebay zahlt insgesamt mehr als 50 Millionen US-Dollar. Davon fließen 46,15 Millionen Dollar direkt an das geschädigte Ehepaar, während weitere sechs Millionen Dollar an Nonprofit-Organisationen gehen.
Welche Konsequenzen gibt es für den ehemaligen Ebay-Chef?
Devin Wenig zahlt persönlich zwei Millionen Dollar an die Betroffenen und spendet eine Million Dollar an eine Stiftung für Redefreiheit, obwohl er strafrechtlich nicht belangt wurde.
Welche Strafen gab es bereits vor dem Zivilvergleich?
Bereits 2024 entrichtete Ebay drei Millionen Dollar Strafe nach behördlichen Ermittlungen. Zudem wurden sieben frühere Sicherheitsangestellte gerichtlich verurteilt.
Fazit
Die Millionenzahlung beendet einen beispiellosen Skandal um Machtmissbrauch im Unternehmensumfeld. Der Fall unterstreicht nachhaltig, wie entscheidend Transparenz und der Schutz kritischer Stimmen für die Integrität von Plattformen und Märkten sind.