Mit Pauschalzöllen auf Kleinstsendungen geht die EU gegen billige Importe aus Asien vor. Auf Verbraucherinnen und Verbraucher könnten dadurch spürbare Mehrkosten zukommen.
Auf Druck von Zollbehörden und Handelsverbänden hat die EU Pauschalzölle für Kleinstsendungen aus Drittländern eingeführt. Die Maßnahme zielt insbesondere auf asiatische Shoppingplattformen wie Shein, Temu und AliExpress ab, die den europäischen Markt mit extrem günstigen Produkten fluten.
Milliarden Minipakete erreichen die EU
Das Ausmaß der Importe ist gewaltig: Im Jahr 2025 erreichten insgesamt 5,8 Milliarden Kleinsendungen aus Drittstaaten die Europäische Union. Dies entspricht einem Tagesvolumen von etwa 15,9 Millionen Minipaketen. Ein Hauptknotenpunkt dieser Lieferströme ist der Flughafen Lüttich in Belgien, wo im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden E-Commerce-Sendungen verarbeitet wurden – ein Rekordwert, der bereits im Frühsommer des Folgejahres erneut überschritten wurde.
Höhere Kosten und ungewisse Zukunft des Booms
Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnte die Neuregelung laut Berichten weit teurer werden als ein pauschaler Aufpreis von lediglich drei Euro. Ob die neue Zollbremse den Boom der fernöstlichen Online-Händler nachhaltig stoppen kann, gilt dennoch als ungewiss. Da die Plattformen ihre Waren meist direkt aus Asien versenden und weiterhin sehr aggressive Marketingstrategien verfolgen, bleiben sie für viele Kundinnen und Kunden trotz zusätzlicher Gebühren attraktiv.