Das Passauer Start-up Freda fordert die etablierten Riesen im E-Food-Sektor heraus und bringt handgemachte Premium-Tiefkühlpizzen in die Supermärkte.
Das deutsche Food-Start-up Freda verändert den Markt für Tiefkühlkost durch Premium-Produkte. Mit einem Fokus auf kompromisslose Qualität und eine ausgebaute Logistik fordert das junge Unternehmen etablierte Branchenriesen heraus.
Der Markt für Tiefkühlkost in Deutschland galt lange Zeit als weitgehend
aufgeteilt. Große Konzerne dominierten die Truhen der Supermarkt mit
preiswerten Massenprodukten. Ein sich verändernder Geschmack der
Verbraucher, schafft nun mehr Raum für neue Akteure.
Mit Premium-Pizzen aus der Manufaktur möchten die MyMuesli-Gründer erneut durchstarten
Die Gründer hinter der Tiefkühl-Revolution.
Das Unternehmen wurde im Jahr 2023 in Passau gegründet von Philipp Kraiss, Mitgründer des erfolgreichen Müsliversenders Mymuesli, und Christian Mahler, ein ehemaliger Manager für Business Development. Sie sind in der Szene keine Unbekannten. Sie kennen die Mechanismen des modernen Direct-to-Consumer-Geschäfts (D2C) genau.
Ihr Ziel ist es, die gelernten Strategien aus dem E-Commerce auf ein Segment zu übertragen, das bisher stark vom stationären Handel geprägt war. Durch die Kombination aus digitaler Markenführung und physischem Produktvertrieb wollen sie eine neue Generation von Konsumenten ansprechen.
Das Konzept Bofrost 2.0 für anspruchsvolle Kunden
Die Gründer beschreiben ihre Vision selbst gern als eine moderne Interpretation bewährter Vertriebsmodelle, quasi als eine Art 'Bofrost 2.0'. Während der klassische Tiefkühl-Heimdienst vor allem auf eigene Lieferfahrzeuge und Kataloge setzte, nutzt Freda die digitale Infrastruktur des Internets. Kunden bestellen bequem online, die Lieferung erfolgt direkt an die Haustür.
Dabei steht der Convenience-Gedanke im Vordergrund. Hochwertige, handgefertigte Fertiggerichte sollen schnell zubereitet werden können und gleichzeitig lange haltbar sein. Das spricht vor allem Berufstätige und Familien an, die wenig Zeit zum Kochen haben, aber keine Abstriche bei der Qualität und beim Geschmack machen wollen.
Hohe Qualitätsstandards als Wachstumstreiber
Der Erfolg eines Food-Start-ups steht und fällt mit dem Geschmack und der Qualität der Produkte. Freda setzt hierbei auf traditionelle Herstellungsmethoden. Die Pizzen werden von Hand geformt und mit ausgewählten Zutaten belegt, bevor sie im Steinofen gebacken und anschließend schockgefrostet werden.
Diese Strategie zahlte sich schnell aus. Die handgefertigten Tiefkühlpizzen des Start-ups wurden schnell zum Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Auszeichnung gewinnt das Vertrauen der Verbraucher und erleichtert die Etablierung der Marke in einem Markt ungemein.
Vom Onlineshop in den Einzelhandel
Obwohl Freda als reine D2C-Marke startete, wurde schnell klar, dass echtes Wachstum im Lebensmittelbereich eine Omnichannel-Strategie erfordert. Der eigene Webshop, der über Shopify läuft, dient als direkter Draht zum Kunden. Der Großteil der Lebensmittel in Deutschland werden jedoch weiterhin im Supermarkt gekauft.
Inzwischen ist dem Start-up der Sprung in die Regale großer Handelsketten gelungen. In Deutschland sind die Produkte in Kaufland-Filialen erhältlich, in Österreich bei Billa Plus. Ein enormer Wachstumstreiber für das Start-up.
Sortimentserweiterung mit Frozen Blocks
Um sich nicht dauerhaft auf das Segment Pizza zu beschränken, erweitert Freda sein Angebot kontinuierlich. Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung sind die sogenannten 'Frozen Blocks'. Dabei handelt es sich um portionierte Tiefkühlmahlzeiten, die sich einfach im Topf oder in der Mikrowelle erhitzen lassen.
Mit diesen Produkten zielt das Unternehmen auf eine noch größere Vielfalt im Alltag ab. Die Mahlzeiten basieren ebenfalls auf dem Versprechen von Frische, Natürlichkeit und handwerklicher Qualität, ohne künstliche Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel.
Die Logistik hinter dem Food-Erfolg
Die größte Herausforderung im Food-Bereich ist die Einhaltung der geschlossenen Kühlkette bis zur Haustür des Kunden. Freda nutzt dafür spezialisierte Versandpartner und innovative Isolierverpackungen, die oft auf nachhaltigen Materialien wie Stroh oder Altpapier basieren. So bleibt die Ware auch auf dem Postweg zuverlässig tiefgekühlt.
Diese logistische Leistung erfordert eine präzise Planung und verursacht im Vergleich zum normalen Paketversand höhere Kosten. Durch die Skalierung des Versandvolumens und die Optimierung der Verpackungsgrößen arbeitet das Start-up kontinuierlich an der Effizienzsteigerung dieser Prozesse.
Umsatzziele im zweistelligen Millionenbereich
Die ambitionierten Pläne der Gründer spiegeln sich auch in den Finanzprognosen wider. Für das laufende Jahr strebt das Start-up laut Berichten einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich an. Dieses schnelle Wachstum wird durch die Kombination aus Online-Umsätzen und den Erlösen aus dem stationären Einzelhandel getragen.
Investoren und Branchenbeobachter verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Der Erfolg von Freda zeigt, dass Konsumenten bereit sind, für qualitativ hochwertige Tiefkühlprodukte einen deutlichen Aufpreis zu zahlen, wenn das Gesamtkonzept aus Marke, Qualität und Bequemlichkeit überzeugt.