Extrem niedrige Pegelstände des Rheins bremsen die Binnenschifffahrt aus und verteuern Kraftstoffe spürbar.
Das anhaltende Niedrigwasser am Rhein belastet die Logistik in Nordrhein-Westfalen schwer. Die Pegelstände in Düsseldorf, Köln und Duisburg haben historische Tiefstände erreicht, wodurch die Binnenschifffahrt massiv eingeschränkt ist. Weil Frachter wegen der flachen Fahrrinnen deutlich weniger Kraftstoffe und Raffinerie-Vorprodukte laden können, steigen die Raten für Frachten stark an. Wie das Bundeskartellamt mitteilte, wurde Benzin und Diesel in der Folge vor allem im Rheinland und in der Kölner Bucht spürbar teurer.
Im Juli merken Verbraucher deutlich den Preisanstieg an der Zapfsäule
Preisanstieg an den Zapfsäulen und Regelverstöße im Juli
Nach Daten des ADAC Nordrhein stieg der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel im Laufe des Monats Juli um gut 27 Cent auf 2,225 Euro. Super E10 legte im selben Zeitraum um 15 Cent auf 2,168 Euro zu. Neben den steigenden Transportkosten stellte das Bundeskartellamt fest, dass im Juli vermehrt Tankstellen gegen die Vorgabe verstießen, Preise nur einmal täglich um 12:00 Uhr anzuheben. Branchenexperten raten Autofahrern daher, möglichst kurz vor 12:00 Uhr zu tanken, da danach regelmäßige Preissprünge zu beobachten sind.
Politische Forderungen und gesicherte Trinkwasserversorgung
Angesichts der drohenden Wirtschaftsschäden fordern die Bundesländer gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) beschleunigte Maßnahmen zur Ablade-Optimierung sowie mehr Investitionen des Bundes in die Niedrigwasser-Infrastruktur. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur verwies in diesem Zusammenhang auf die essenzielle Rolle des Rheins für die Wirtschaft. Trotz des extremen Niedrigwassers bleibt die Trinkwasserversorgung laut Verbraucherzentrale NRW gesichert, da diese aus dem Grundwasser gespeist wird. Dennoch haben erste Kommunen bereits Bewässerungsverbote für Gärten erlassen.