Vor dem geplanten Börsengang in Hongkong gerät SHEIN unter Druck: Neue US-Zollregeln und ein gebremstes Umsatzwachstum belasten die Bilanz des Modehändlers.
Der Online-Modehändler SHEIN steht vor seinem geplanten Börsengang in Hongkong unter erheblichem finanziellen Druck. Wie aus dem am Sonntag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht, ist der Konzern im ersten Quartal dieses Jahres in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 99 Millionen US-Dollar in der Bilanz, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 395 Millionen US-Dollar erzielt worden war.
US-Zollreformen belasten das Geschäftsmodell
Als Hauptgrund für den Einbruch nennt das Unternehmen die verschärften Importbestimmungen in den USA. Seit Mai 2025 haben die Vereinigten Staaten die sogenannte De-minimis-Regelung gestrichen, die zuvor den zollfreien Import von Kleinsendungen unter einem Wert von 800 US-Dollar ermöglichte. Der Wegfall dieser Zollausnahme trifft Geschäftsmodelle wie das von SHEIN besonders hart und bremste den Absatz auf dem wichtigen US-Markt spürbar ab.
Stagnierendes Wachstum und steigende Betriebskosten
Ebenso verlangsamte sich das Umsatzwachstum deutlich: Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz lediglich um 1,1 Prozent auf 9,05 Milliarden US-Dollar. Die neu offengelegten Zahlen gewähren Anlegern erstmals detaillierte Einblicke in die Belastungen durch steigende Betriebskosten, stagnierendes Wachstum sowie die veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen in Kernmärkten.